Bund Deutscher
Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. – BDS –
Bezirksvereinigung Essen

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Die Geschichte des Essener Schiedsamtswesens seit 1879

Deutsches Reich bis 1918

Die Geschichte des Schiedsamtes im Bereich der heutigen Stadtgrenzen Essens beginnt schon weit vor der offiziellen Einführung der Preußischen Schiedsmannsordnung  am 1.Oktober 1879. 


1849 In den Kettwiger-Honnschaften, im heutigen Essener Süden, gründet der Lehrer Georg Klingenburg einen "Schiedsgerichtsverein" der die Aufgabe hat, "von vornherein alle neuen Streitigkeiten unter den Honnschaftsmitgliedern aufzufangen, um sie vorweg möglichst gütlich in Friedfertigkeit und gegenseitiges Einvernehmen umzuwandeln". Klingenburg werden 7 weitere Schiesmänner zur Seite gestellt. Obwohl dieser Verein keine Unterstützung durch die Justiz erfährt, kann er seine Tätigkeit 30 Jahre lang erfolgreich führen und löst sich erst nach der Einführung der Schiedsmannsordnung auf. (Q.: Essener Beiträge, 119.Band, 2006)


1879 Im gesamten Königreich Preußen wird die Schiedsmannsordnung eingeführt. Dies betrifft somit auch Essen und seine kleineren Nachbarstädte, bzw. Gemeinden, welche in den folgenden 10 Jahrzehnte zur Großstadt Essen verschmelzen. 

 

Oben: Auszug aus dem Sitzungsprotokoll der Stadtverordneten zur Wahl der ersten Schiedsmänner am 10. September 1879. Unter den acht gewählten Schiedsmännern sind vier der wahlberechtigten Stadtverordnete. 

Aber auch in Borbeck, Steele, Rellinghausen, Altenessen, Katernberg, den vier Märkischen Gemeinden (Freisenbruch, Horst, Eiberg und Königssteele), Werden, Kettwig usw. werden erstmalig Schiedsmänner gewählt. Die Schiedsmänner stammen durchweg nicht aus der Arbeiterschaft. Es sind Kaufleute, Apotheker, Gutsbesitzer, Bauunternehmer, Wirte, Beigeordnete, Fabrikbesitzer oder Gemeindevorsteher. Es waren zum Beispiel die Herren Oberembt (Essen), Kirchfeld (Rellinghausen), Kanonenberg (Heisingen), Silberkuhl (Rüttenscheid), Hofius (Werden), Dorp (Kréttwig-Stadt), Bernsau (Zweihonnschaften, Eichholz-Sengelmann (Dreihonnschaften), Wiese (Werden), Leimgardt (Borbeck), Schulte-Kemna (Leithe), Oertgen (Katernberg), Hengler (Steele) und viele mehr. Der Essener Geschichtsinteressierte wird die Namen wiedererkennen. 


1888 Zu Beginn der vierten Amtsperiode (Dauer jeweils drei Jahre) taucht im Essener Stadtgebiet keiner der erstgewählten Schiedsmänner als solcher mehr auf. In den ländlicheren Gebieten ist dies anders. Besonders die Gutsbesitzer üben ihre Ämter deutlich länger aus als die "Städter".


1898 Aufgrund des Bevölkerungswachstum werden die ehemals acht Essener Schiedsmannsbezirke neu aufgeteilt und auf 12 Bezirke erweitert.


1900 Das neue Jahrhundert beschert der Stadt Essen Gebietszuwachs. Das ehemals selbständige Altendorf mit seinen Bauerschaften wird eingemeindet. Die Schiedsmänner werden zunächst übernommen. Erstmals machen sich Unterschiede in der Entlöhnung der ehrenamtlich tätigen Schiedsmänner bemerkbar. Während ein Essener Schiedsmann nur seine "baren Auslagen" erstattet bekommt, erhält sein Altendorfer Kollege 150 Mark "jährliche Aufwandsentschädigung" zusätzlich. Die Stadt Essen verweist auf das Ehrenamt und führt diese Zahlungen nicht fort. Dennoch war die Zahl der Schiedsmannsbezirke natürlich gestiegen.


1905 Rüttenscheid wird ebenfalls eingemeindet und lässt die Zahl der Schiedsmänner erneut ansteigen. Offenbar ist das Amt des Schiedsmannes innerstädtisch nicht besonders begehrt. Die Ablehnungsgründe der Bürger, denen das Amt angetragen wird, sind stets dieselben: Altersgründe, Krankheit oder Arbeitsüberlastung. Dem Rüttenscheider Stadtverordnetem Hawig wird bei Ablehnung des Amtes 1907 angedroht:  

Wer sich ohne einen dieser Entschuldigungsgründe weigert, das Amt des Schiedsmanns zu übernehmen, kann für einen Zeitraum von 3 bis 6 Jahren der Ausübung des Rechts zur Teilnahme an der Vertretung und Verwaltung seiner Gemeinde für verlustig erklärt und um bis zu ¼  stärker als die übrigen Gemeindeangehörigen zu den Gemeindeabgaben herangezogen werden.

Hawig nimmt das Amt des Schiedsmanns darufhin an.


1910 Rellinghausen und Fulerum werden dem Stadtgebiet Essen einverleibt. Essen verfügt damit nun über 20 Schiedsmannsbezirke.


1911 Ein Antrag der Schiedsmänner der selbständigen Stadtgemeine Altenessen (Anm.: Angeblich ist dort beinahe täglich ein Fall zu verhandeln) an die Bürgermeisterei bezüglich der Erstattung der Kosten für die private "Raumgestellung" lässt Rückschlüsse auf die Ungleichbehandlung bezüglich der Kostenerstattung für die Schiedsmänner zu:

An jährlichen Vergütungen entrichtete Altendorf (bis zur Eingemeindung 1905) 150 Mark, Katernberg und Wattenscheid je 100 Mark, Stoppenberg 50 Mark, Bottrop 45 Mark, Buer 10 Mark. Essen, Oberhausen, Borbeck, Kray, Steele, Gladbeck, Eiberg/Horst, Wanne und natürlich Altenessen gehen leer aus. 


1912 Über eine Neubesetzung in einem Essener Schiedsmannsbezirk gibt ein interner Arbeitsvermerk der Stadtveraltung Auskunft. Die Ehefrau Fritz Winkelhaus fragt an, weshalb ihr Ehemann während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit seines Amtes enthoben sei. Aus dem Vermerk der Stadtverwaltung:

Essen, den 24. Juli 1912

Die Frau Winkelhaus war hier. Ihr Mann befindet sich zur Zeit seit Februar diesen Jahres, in der Irrenanstalt in Neuß. Vor etwa 4 Jahren war er ebenfalls in einer Irrenanstalt untergebracht Ich habe Frau Winkelhaus auseinandergesetzt, dass unter diesen Umständen eine Neubesetzung des Schiedsmannsamtes erforderlich sei. Frau Winkelhaus befürchtet,  dass ihr Mann nach seiner Rückkehr sich darüber aufregen könnte, dass in der Zwischenzeit das Schiedsmannsamt anderweit besetzt sei. Ich habe Frau Winkelhaus in Aussicht gestellt, dass die Verwaltung ihrem Manne ein Dankschreiben für seine bisherige Amtsführung zusenden werde, um hn zu beruhigen. Frau Winkelhaus war hiermit einverstanden.

Der ehemalige Schiedsmann Uhrmacher Fritz Winkelhaus erhält ein Dankschreiben von Oberbürgermeister Holle. Winkelhaus tritt zukünftig nicht mehr als Schiedsmann in Erscheinung.


1915 Die Stadtgemeinden Altenessen und Borbeck werden von der wachsenden Stadt Essen eingemeindet. Wieder einmal wächst die Zahl der Schiedsmannsbezirke. Nun sind es 27 Bezirke.

Aus dem Kreis der Schiedsmänner wird mindestens ein Schiedsmann zu "den Fahnen" gerufen. Er wird nicht wieder das Schiedsmannsamt bekleiden.

Zu den bereits genannten Berufsgruppen hat sich eine weitere Berufsgruppe etabliert, die der Lehrer.

Eine Vergleichsforderung der Stadt Kettwig aus dem Jahr 1913 beschäftigt die Stadtverwaltungen in Kettwig und Essen. 1913 wurde vor einem Schiedsmann in Kettwig ein Vergleich geschlossen in welchem sich der Beschuldigte verpflichtete, eine Sühneleistung von 5 Mark zu zahlen. Dies tat er nicht sondern verzog von Kettwig nach Essen. Als in Essen um Amtshilfe seitens der Kettwiger Stadtkasse gebeten wird, verzieht der Beschuldigte zunächst wieder nach Kettwig, dann nach unbekannt. Selbst die Mutter des Beschuldigten kennt seinen Wohnsitz nicht... Die Forderung wird aufrecht erhalten. 1915 wird er als Soldat schwer verwundet gemeldet. In den städtischen Unterlagen ist seitdem keine Zahlungsforderung mehr nachweisbar.

Weimarer Republik 1919 - 1933

Das Essener Schiedsmannswesen hat bereits drei deutsche Kaiser und einen Weltkrieg erlebt. Die Stadt Essen war seit 1879 um ein vielfaches an Fläche und Einwohnerzahl gewachsen, und mit ihr die Zahl der Schiedsmänner. Wie die gesamte Bevölkerung haben auch die Schiedsmänner mit den Auswirkungen des verlorenen Krieges (u.a. Ruhrbesetzung) und der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Trotzdem sind alle Bezirke personell besetzt.


1921 Erneut müssen sich die Stadtverwaltungen mti den Vergütungen der Schiedsmänner befassen. Da seitens der Städte pauschale Aufwandsvergütungen mit dem Hinweis auf das "Ehrenamt" abgelehnt werden, fordern einzelne Schiedsmänner Kostenerstattungen. Der Kettwiger Schiedsmann Eigemann etwa fordert im Rechnungsjahr 1920/21 für 44 durchgeführte Schlichtungsverhandlungen die Erstattung des Preises für 40 Zentner (500kg!) Kohlen. Die Kostenerstattung wird abgelehnt. Hilfreicher ist die Essener Stadtverwaltung einem Schiedsmann, dem seitens des Besatzungsamtes 1923 Räume seiner Wohnung genommen werden sollen und er somit sein Amt nicht weiter ausführen könnte.


1925 Erstmals tritt eine neue Schiedsmannsordnung in Kraft. Neben der Tatsache, dass den Schiedsmännern nun erlaubt ist Gebühren zu erheben, werden neue Dienstsiegel und Amtsschilder eingeführt. So waren bis dahin zeitgleich bis zu drei verschiedene Dienstsiegelformen in Gebrauch.


1926 Erstmals in der Geschichte des Schiedsmannswesens werden Frauen zur Übernahme des Ehrenamtes zugelassen, sofern sie dadurch ihre "häuslichen und familiären Pflichten" nicht vernachlässigen. Der Begriff "Schiedsfrau" wird nicht eingeführt.

Endlich wird auch gesetzlich geregelt, dass den "Schiedsmännern" nunmehr eine Aufwandsentschädigung für die Verfügungstellung der privaten Räumlichkeiten gewährt wird.

Artikel eines Schiedsmanns aus Bad Oeynhausen zur Zulassung von Frauen zum Schiedsmannsamt
(Quelle: SchiedsamtsZeitung Nr. 1, 2010, Seite 10ff).

1929 Im 50. Jahr des Bestehens des Essener Schiedsmannswesens finden die letzten größeren Eingemeindungen statt. Stoppenberg, Kray, Steele, Überruhr, Kupferdreh, Werden, Heisingen und deren Schiedsmänner gehören nun ebenfalls zur Stadt Essen.

Von den mittlerweile 44 Schiedsmannsbezirken entfallen 30 auf das Amtsgericht Essen, 4 auf das Amtsgericht Borbeck, 6 gehören zum Amtsgerichtsbezirk Steele und schließlich 4 zum Amtsgericht Werden. Da jeder Schiedsmann einen Stellvertreter hat, verfügt die Stadt Essen insgesamt über 88 Schiedsmänner. Eine Frau ist nicht dabei.

Noch einmal wird festgestellt, dass die Dienstsiegel immer noch nicht einheitlich gestaltet sind. Alle Schiedsmänner erhalten nun das gleiche Siegel.

Drittes Reich 1933 - 1945

Bislang rekrutierte die Stadtverwaltungen die Schiedsmänner überwiegend aus dem Kreis der Gemeindevertretungen, dem Bürgertum, den Kaufmannsberufen, der Lehrerschaft oder Gutsbesitzern.  Unter der NS-Regierung steigt der Anteil aus der Arbeiterschicht spürbar an, jedoch zählt nunmehr ausschließlich die Parteizugehörigkeit oder aber zumindest die "politische Nähe und Linientreue" zur NSDAP. Obwohl bereits seit 1926 Frauen das Amt ausüben dürfen, wurde bislang keine einzige Frau zum "Schiedsmann" gewählt/ernannt.


1933 Wenige Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden im Januar die letzten demokratisch gewählten Schiedsmänner vereidigt. Im Juni des Jahres verkündet ein Gesetz, dass ...die Amtszeit alle vor dem 13.März 1933 gewählten Schiedsmänner endet. Das Gesetz tritt sofort in Kraft. Abgesetzt werden Schiedsmänner, welche zum Teil schon Jahrzehnte ihr Amt versehen. Bereits wenige Tage später erhält die Stadtverwaltung eine Liste mit den "zu benennenden" Männern. Es wird also nicht mehr gewählt, sondern die NSDAP bestimmt die Schiedsmänner. Von den 88 Schiedsmännern und Stellvertretern werden 81 ersetzt. Noch immer ist keine Frau darunter.

Bemerkenswert ist das Gesuch des Hans Görres, welcher im Mai zum Schiedsmann gewählt werden möchte. Als Sohn eines verstorbenen Stadtverordneten (Johannes Görres, +08.02.1905) berichtet er, neben seinen Verdiensten in verschiedenen Vereinen und seinem Stolz auf die neue Regierung, auch von wirtschaftlichen Nöten: "...Meine Sorgen ums tägliche Brot sind groß und bitte ich nochmals herzlichst mir diesen Schiedsmannsposten zu übertragen." Scheinbar glaubt Görres durch die Schiedsmannstätigkeit seine finanzielle Situation aufbessern zu können. dies lässt an seiner "ehrenamtlichen Gesinnung" zweifeln. Er wird nicht gewählt.


1937 Die Schiedsmänner erhalten neue Dienstsiegel und Amtsschilder. Erst vier Jahre zuvor waren neue Siegel und Schilder eingeführt worden.

Die Praxis, die Schiedsmänner nicht mehr nach ihrer Befähigung sondern der politischen Zuverlässigkeit zu ernennen, zeigt durchaus auch ihre Schwachstellen: 1934 wird der Schiedsmann und Parteigenosse Kückelhaus verhaftet; 1936 wird der NS-Ortsgruppenleiter von Steele und Schiedsmann Serfort seiner Ämter enthoben und aus der Partei ausgeschlossen. 


1940 Gegen NS-Parteigenossen als Verfahrensbeteiligte dürfen Schiedsmänner keine Verhandlungen mehr führen. Ihre Streitigkeiten werden von den NS-Organisationen geregelt. Mit 2280 Schlichtungsverfahren wird in Essen seit 1936 die höchste Zahl an Fällen registriert. Von nun an sinken die Fallzahlen, bis 1943 auf etwa 800 pro Jahr. Per Verordnung werden "Neuwahlen" der Schiedsmänner ausgesetzt. Die Schiedsmänner verbleiben dauerhaft im Amt.


1945 Mit dem Kriegsende endet auch vorläufig die Tätigkeit der Essener Schiedsmänner. Im Verlauf des Krieges wurden einige Schiedsmänner zum Kriegsdienst einberufen, mindestens einer war gefallen. Durch Bombenschäden an den Wohnungen verloren etliche Schiedsmänner ihre Dienstsiegel (29 von 44 Dienstsiegel sind verloren gegangen) und Formulare, einige wurden zum Teil schwer verletzt.

Neuanfang 1945 - 1949

Amtsschild 1947 bis 1950 ohne Landeswappen

1945 Bereits im Dezember beginnt die Stadtverwaltung mit ersten Planungen zur Neuorganisation des Schiedsmannswesens. Trotz der massiven Zerstörungen in der Essener Innenstadt und der deutlich gesunkenen Einwohnerzahl, plant man mit künftig steigenden Fallzahlen. Es bleibt bei 44 Schiedsmannsbezirke. 


1946 Im August finden im Stadtgebiet Essen die ersten Schiedsmannswahlen statt.


1947 Nachdem die neuen Schiedsmänner bereits im August 1946 gewählt worden sind, werden diese im Sommer 1947 durch die Alliierte  Militärbehörde bestätigt und durch die Amtsgerichte vereidigt. Essen hat wieder Schiedsmänner. Von Beginn an haben diese mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen, es fehlt Wohnraum, Einrichtungsgegenstände und Strom. Die Stadtverwaltung bemüht sich um Abhilfe und erwirkt sogar eine Erhöhung des "Stromkontingents" für die Schiedsmänner. Allerdings gibt es kaum Glühbirnen! 

Bundesrepublik Deutschland seit 1949

1951 In Essen gründet sich die Schiedsmannsvereinigung Essen (SchsVgg-Essen) des Bundes Deutscher Schiedsmänner e.V. (Gründungsjahr 1950 auf Bundesebene). Der SchsVgg-Essen gehören auch die Schiedsmänner der selbständigen Stadt Kettwig an.


1952 Im März werden in Essen mit Adele Laue und Luise Mey die ersten Frauen in das Amt des stellvertretenden "Schiedsmann" gewählt. Die Ehemänner sind die amtierenden Schiedsmänner in Huttrop und Rellinghausen. Die Stellvertreterinnen üben das Amt jedoch nie aus.


1955 Auch in Essen bekleiden wieder "belastete" und einst überzeugte Nationalsozialisten öffentliche Ämter. Beispielsweise wird der Lehrer Leopold Düssel Schiedsmann in Steele-Horst. In den 1930'er Jahren Mitglied der NSDAP, trat er wiederholt schriftlich als Spitzel gegen den Horster Pfarrer Johnen in Erscheinung. Düssel scheidet 1967 aus dem Amt aus und erhält in Würdigung seiner Verdienste das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) verliehen.


1970 Altendorf an der Ruhr wird eingemeindet und wenig später umbenannt in Burgaltendorf. Der bisherige Schiedsmann scheidet ein halbes Jahr später aus dem Amt aus.


1971 Die SchsVgg-Essen feiert ihr 20jähriges Bestehen. In diesen 20 Jahren haben bereits 14 Essener Schiedsmänner das Bundesverdienstkreuz erhalten.


1975 Als vorerst letzte Eingemeindung wird Werden Teil der Großstadt Essen.


1978 Einer der Dienstältesten Schiedsmänner, Otto Wegge, geht nach 30-jähriger Tätigkeit als Schiedsmann in den Ruhestand. Er war 1951 Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand der SchsVgg-Essen. Wegge wird Ehrenvorsitzender der SchsVgg-Essen.


1982 Noch immer ist keine Frau regulär in das Schiedsmannsamt gewählt worden. Die Neue Ruhr Zeitung fragt spöttisch in einem Artikel: "Oder woran liegt es, dass die Schiedsmannsvereinigung Essen ihrem Namen alle Ehre macht und durchweg aus männlichen Mitgliedern besteht?"


1987 61 Jahre nach Zulassung der Frauen zum "Schiedsmannsamt" bekleiden nun erstmals auch Frauen tatsächlich das Amt.


1991 Die SchsVgg-Essen feiert ihr 40jähriges Bestehen.


1995 Aufgrund kontinuierlich gesunkener Fallzahlen beschließt der Rat der Stadt Essen, die 44 Essener Schiedsamtsbezirke auf 18 Schiedsämter zu reduzieren. Im Verlauf der folgenden Jahre gelingt es der Verwaltung, diesen Plan zu realisieren ohne dass eine Schiedsperson vorzeitig aus dem Amt ausscheiden muss. Auch wird die Stellvertreterregelung abgeschafft. Von nun an vertreten sich die Schiedspersonen gegenseitig.


1998 Die Umstrukturierung ist abgeschlossen. Von einstmals 44 Schiedsmannsbezirken  (mit 44 Schiedsmännern und 44 Stellvertretern) sind nun noch 18 Schiedsämter im Essener Stadtgebiet vorhanden. Die Bezeichnung Schiedsmannsbezirk wird in Schiedsamtsbezirk umgewandelt. Die Schiedsmannsvereinigung Essen nennt sich nun Bezirksvereinigung Essen (BzVgg-Essen).


2001 Im "Internationalen Jahr des Ehrenamts" feiert die BzVgg-Essen das 50jährige Bestehen mit einer Jubiläumsfeier unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Reiniger. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Durchführung der Landesvertreterversammlung des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. in Essen mit 110 Teilnehmern.


2010 Der mit insgesamt 40 Jahren Dienstälteste Schiedsmann in Essen (seit Einführung des Amtes) und Vorsitzender der BzVgg-Essen, Karl Heinrich (gnt. Carlo) Dorighi, stirbt nach schwerer Krankheit.


2016 Die Stadt Essen verfügt über 18 Schiedsamtsbezirke von denen zum Jahresende 4 Bezirke nicht besetzt sind.

Seit der Gründung vor 137 Jahren haben über 740 Männer und Frauen das Schiedsamt bekleidet. Mindestens 37 von ihnen sind seit 1951 mit dem Bundesverdienstorden, in seinen verschiedenen Abstufungen, geehrt worden.

Die längste Dienstzeit versah Karl Heinrich Dorighi von 1971 bis 2010. Die kürzeste Dienstzeit von nur 17 Tage war 1933 Heinrich Hegler vorbehalten. Nur ein Schiedsmannstellvertreter, Hermann Herz (von 1897 bis 1905), war jüdischen Glaubens.

 

2017 Die Bezirksvereinigung Essen präsentiert sich im Internet mit regelmäßigen Berichterstattungen und in den SocialMedia (Facebook, Instagram).

Zwischen den Bezirksvereinigungen Gelsenkirchen und Essen wird die Kooperation in den Bereichen Aus- und Fortbildung der Schiedspersonen sowie der Öffentlichkeitsarbeit vereinbart.

Das Ehrenvorstandsmitglied und langjähriger Schriftführer, Schiedsmann a.D. Herbert Bauckhage,  und der ehemalige Vorsitzende der Bezirksvereinigung Essen, Schiedsmann a.D. Dieter Lange, sterben. 


2018 Die Mitglieder beschließen eine neue Satzung für die Bezirksvereinigung Essen.

Erstellt von Stefan Hagemann. Überarbeitet 2018